Emotionsfokussierte Paartherapie

Sie ist eine der am besten erforschten und effektivsten Paartherapie-Methoden, die uns heute zur Verfügung stehen. Dabei arbeiten wir mit den zugrundeliegenden Gefühlen – ändern sich diese, dann ändert sich das Kommunikationsverhalten wie von selbst und Lösungen für Themen, die immer wieder zu Konflikten führen, können leichter gefunden werden.

Frei zitiert nach Sue Johnson, Begründerin der Emotionsfokussierten Paartherapie
„Lieber mit dem alten Partner etwas Neues als mit einem neuen Partner wieder das Alte!"

Die Emotionsfokussierte Paartherapie gliedert sich in drei Phasen.

Phase 1: Zunächst geht es darum zu erkennen, wie Sie sich gegenseitig beeinflussen und an welchen Stellen Sie stecken bleiben. Ziel ist es negative Interaktionsmuster und Teufelskreise zu verstehen und aufzulösen. Ein Beispiel für einen Teufelskreis könnte sein, dass sich einer der Partner vernachlässigt fühlt und sich deshalb fordernd verhält und dem andern Vorwürfe macht. Dieser fühlt sich angegriffen und zieht sich zurück. Dadurch fühlt sich Partner A noch weiter vernachlässigt und reagiert noch fordernder. Je vorwurfsvoller und fordernder Partner A wird, desto mehr geht Partner B auf Distanz. So verfängt sich das Paar in einem Zyklus, der nach und nach immer mehr Teile der Beziehung angreift. Gefühle von Liebe und Leidenschaft sind kaum noch spürbar.

Teufelskreise schleichen sich oft unbemerkt ein und ergreifen die Macht über die Beziehung. Wir bemerken, dass mehr Distanz und Spannung da sind, können uns aber häufig schlecht erklären wie es dazu gekommen ist und warum Kleinigkeiten plötzlich zu grossen Konflikten ausarten können.

Phase 2: Nun ist eine Basis geschaffen, um sich auf einer tieferen Ebene zu begegnen und die Gefühle zu verstehen, die hinter dem vordergründigen Verhalten des Partners stehen. Auf dieser Ebene ist es auch möglich, wieder Gefühle von Verbundenheit und Liebe zu spüren.

Phase 3: Danach ist die Zeit gekommen alte Probleme zu lösen, die in der Vergangenheit häufig zu Konflikten geführt haben. Sie werden erleben, dass Sie in dieser Phase kaum noch auf die Hilfe des Paartherapeuten angewiesen sind und Probleme, die Ihnen in der Vergangenheit sehr gross und unüberwindbar vorgekommen sind, mit mehr Leichtigkeit besprechen können.

Die Phasen sind nicht immer voneinander abzugrenzen und gehen oft ineinander über.

"Gefühle sind der große Motivator in engen Beziehungen. Sie rühren uns und zwingen uns zum Handeln. Sie bestimmen zu welcher Musik wir tanzen: ob der Tanz leidenschaftlich und berauschend ist, oder ob er schwerfällig und anstrengend wird, wir uns gegenseitig auf die Füße treten und voneinander entfernen. Ändert sich die Musik, so wird sich der Tanz automatisch ändern."